Der Tonmeister hinter dem Klangraum 3D
Der erste öffentliche Klangraum-3D-Anlass hat gezeigt: Man kann viel über Dolby Atmos, Lautsprecher und räumlichen Klang erklären. Wirklich verständlich wird 3D-Audio aber erst, wenn man im Studio sitzt und hört, wie sich Klang um einen herum entfaltet. Durch die öffentlichen Klangraum-3D-Anlässe führt unser Tonmeister Jonathan Purchase.
Mit 3D-Audio beschäftigt er sich nicht aus Distanz, sondern mitten aus der Praxis heraus: hörend, mischend, vergleichend und immer wieder neu entdeckend.
Der Moment, in dem sich Klang öffnet
Jonathan beschreibt sein Schlüsselerlebnis nicht als grossen technischen Moment, sondern als Hörmoment in der Regie:
Als er zum ersten Mal Musik in Dolby Atmos auf Kopfhörern hörte, war für ihn spürbar, dass die Musik nicht mehr einfach „im Kopf“ stattfindet. Sie bekam Luft. Abstand. Raum.
Noch stärker wurde dieser Eindruck beim Arbeiten im Studio: Wenn ein Klangobjekt bewegt wird, hört und spürt man, wie es näher kommt, sich entfernt, nach oben steigt oder hinter einem auftaucht. Genau diesen Unterschied möchten wir im Klangraum 3D erlebbar machen.
Drei Fragen an Jonathan Purchase
Was hört man in 3D-Audio, was man in Stereo nicht hört?
Bei einem Stereo-Mix und einem Dolby-Atmos-Mix derselben Produktion hört man zuerst einmal dieselbe Musik. Der grosse Unterschied liegt im Raum: In Stereo müssen alle Instrumente zwischen zwei Lautsprechern Platz finden. In Dolby Atmos stehen viel mehr Möglichkeiten zur Verfügung, einzelne Schallquellen zu platzieren.
Dadurch entsteht mehr Luft zwischen den Instrumenten. Ein Chor muss nicht nur zwischen links und rechts liegen, sondern kann räumlich angehoben werden. Andere Instrumente erhalten dadurch ihren eigenen Platz. Für Jonathan wird Musik so durchhörbarer: Man nimmt mehr Informationen wahr, ohne dass das Hörerlebnis überladen wirkt.
Wann funktioniert 3D-Audio besonders gut?
Für Jonathan ist 3D-Audio keine Spielerei, die man einfach über jede Produktion legt. Entscheidend ist, ob die Musik davon profitiert.
Manche Produktionen leben stark von Raum, Bewegung, Tiefe oder Atmosphäre. Dort kann Dolby Atmos ein echtes zusätzliches Erlebnis schaffen. Bei anderen Stücken passiert räumlich vielleicht zu wenig, damit sich eine 3D-Umsetzung wirklich aufdrängt.
Oder wie Jonathan es zusammenfasst:
«Es soll nicht nur eine Spielerei sein. Die Musik muss, wie auch schon in Stereo, Spass machen.»
Warum muss man 3D-Audio im Studio erleben?
Weil Worte nur einen Teil davon erklären können.
Man kann sagen, dass Klang mehr Raum bekommt. Man kann erklären, dass Instrumente nicht mehr nur links und rechts platziert werden. Man kann über Lautsprecher, Objekte und Dolby Atmos sprechen.
Aber der eigentliche Moment entsteht erst beim Hören: Wenn man im Raum sitzt und die besondere Atmosphäre eines Augenblicks greifbar wird.
Klangraum 3D live erleben
Nach dem ersten öffentlichen Anlass geht die Klangraum-3D-Reihe im Juli weiter. Bei den Hörterminen gibt Jonathan Purchase einen direkten Einblick in Dolby Atmos und immersive Audioproduktion. Die Gäste hören Beispiele aus Musik, Sprache und Film sowie erste Ausschnitte aus aktuellen Produktionen.
Montag, 6. Juli 2026, 17:00 Uhr
Mittwoch, 8. Juli 2026, 17:00 Uhr
Donnerstag, 9. Juli 2026, 17:00 Uhr
Montag, 13. Juli 2026, 17:00 Uhr
Mittwoch, 15. Juli 2026, 15:00 Uhr
Mittwoch, 15. Juli 2026, 17:00 Uhr
Donnerstag, 16. Juli 2026, 15:00 Uhr
Donnerstag, 16. Juli 2026, 17:00 Uhr
→ Zu den Terminen und zur Anmeldung
Die Plätze im Studio sind bewusst auf 6 Personen beschränkt, damit das Hörerlebnis persönlich und unmittelbar bleibt.