Wie passt ein Konzertsaal zwischen zwei Ohren?
In den vergangenen Wochen haben wir viele Menschen in unseren Klangraum eingeladen. Sie nahmen im Sweet Spot Platz, waren von Lautsprechern umgeben und erlebten, wie sich Musik verändert, wenn sie nicht mehr nur von vorne kommt.
Nun beginnt die nächste Etappe unseres 3D-Audio-Projekts mit der J. S. Bach-Stiftung: Ein erster Eindruck dieses räumlichen Hörerlebnisses wird auch ausserhalb unseres Studios zugänglich — über ganz gewöhnliche Kopfhörer.
Die J. S. Bach-Stiftung hat auf Bachipedia eine Seite geschaffen, auf der Sie denselben Ausschnitt direkt in Stereo und 3D-Audio hören und miteinander vergleichen können.
Ein kleiner Wechsel verändert den Raum
Wer Musik über Kopfhörer hört, kennt den gewohnten Eindruck: Der Klang entsteht in der Mitte des Kopfes, zwischen dem linken und dem rechten Ohr.
Bei 3D-Audio kommt eine weitere Dimension hinzu. Stimmen, Instrumente und Klanggruppen lassen sich nicht mehr nur links und rechts, sondern auch vor, hinter und über den Zuhörenden anordnen.
Die Musik bleibt dieselbe. Was sich verändert, ist ihre räumliche Wahrnehmung.
Der Klang öffnet sich, einzelne Gruppen erhalten einen klareren Platz und die Atmosphäre des Konzertsaals wird erlebbar.
Hören Sie selbst
Auf Bachipedia hören Sie den Satz «Denn das Gesetz des Geistes» aus der Motette Jesu, meine Freude, BWV 227.
Starten Sie das Hörbeispiel zunächst in Stereo und wechseln Sie anschliessend zu 3D-Audio. Achten Sie dabei nicht nur darauf, woher die Stimmen kommen. Hören Sie auch, wie sich der Raum verändert, wie sich die Chöre voneinander unterscheiden lassen und wie die Musik Sie zunehmend umgibt.
Sie benötigen dafür keine besondere technische Ausstattung. Für diesen ersten räumlichen Eindruck genügen gewöhnliche Kopfhörer.
→ Kopfhörer auf und Bach in 3D-Audio erleben
Warum gerade Bach?
Bachs Musik ist vielstimmig aufgebaut. Stimmen treten miteinander in Beziehung, Chöre antworten einander und Instrumente führen eigene musikalische Linien.
In einer 3D-Audio-Produktion können diese Beziehungen räumlich klarer hervortreten. Einzelne Stimmen sowie Chor- und Instrumentalgruppen lassen sich deutlicher voneinander unterscheiden, ohne dass der musikalische Zusammenhang verloren geht.
Es geht nicht darum, Bach mit möglichst vielen Effekten zu versehen. Die bereits in der Musik vorhandene Struktur erhält vielmehr den Raum, in dem sie sich entfalten kann.
«Schon wenn der erste Ton erklingt, beginnt der Raum zu atmen und zu leben.»
Hartmut Rosa, Reflexion zur immersiven 3D-Audio-Erfahrung
Bach in 3D-Audio
Gemeinsam mit der J. S. Bach-Stiftung erproben wir im Jahr 2026, welche neuen Möglichkeiten immersive Klangformate für die Vermittlung von Bachs Musik eröffnen.
Die Produktionen werden in unserem 3D-Audio-Studio in St. Gallen technisch in Dolby Atmos realisiert. In den kommenden Wochen erscheinen die ersten Werke auf den Streamingplattformen.
Bis dahin laden wir Sie ein, bereits jetzt die Kopfhörer aufzusetzen und selbst zu hören, was passiert, wenn Bach nicht mehr nur von vorne kommt, sondern den gesamten Raum erfüllt.
→ Zum Stereo- und 3D-Audio-Vergleich auf Bachipedia